Wie werde ich Funkamateur?


Du möchtest gerne Funkamateur werden und somit ein wirklich spannendes Hobby erleben? Auf dieser Seite haben wir ein paar Informationen für dich zusammentragen, damit du Zugang zu einer Ausbildung und weiterführenden Informationen bekommst. Gerne sind wir dabei behilflich!


Voraussetzungen

Voraussetzung, um am Amateurfunkdienst teilnehmen zu können, ist das Amateurfunkzeugnis, um dieses zu erlangen ist eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur notwendig.

In Deutschland gibt es aktuell drei Zeugnisklassen:
  • Klasse N (Einsteiger-Klasse): (ab 6/2024): Inhaber einer Amateurfunkzulassung der Klasse N (Einsteiger-Klasse) dürfen im 70cm, 2m und 10m Band mit 10 Watt EIRP funken.
  • Klasse E (Fortgeschrittenen-Klasse): Inhaber einer Amateurfunkzulassung der Klasse E können bereits Betrieb auf 4 Kurzwellenbändern sowie im Ultrakurzwellenbereich auf 2 m, 70 cm und 3 cm mit einer zulässigen Ausgangsleistung von je nach Frequenzbereich zwischen 5 und 100 Watt machen.
  • Klasse A (Profi-Klasse): Inhaber einer Amateurfunkzulassung der Klasse A dürfen Funkbetrieb in allen für den Amateurfunkdienst ausgewiesenen Frequenzbereichen bis hin zur maximal zulässigen Sendeleistung durchführen.

Es ist selbstverständlich möglich, zuerst Klasse N zu erlangen und dann auf Klasse E oder A aufzustocken. In diesem Fall braucht man nur noch den Technik Teil von E bzw. A prüfen zu lassen.
Alle Prüfungen beinhalten ausschließlich Fragen im Multiple Choice Verfahren.

Um zur Prüfung für das Amateurfunkzeugnis zugelassen zu werden, muss man seinen Wohnsitz in Deutschland haben. Es gibt nach dem deutschen Amateurfunkgesetz (AFuG) keine Altersbeschränkung und man braucht nicht deutscher Staatsangehöriger zu sein.


Short-Wave-Listener

Am einfachsten gestaltet sich der Einstieg in den Amateurfunk als Short-Wave-Listener (SWL = Kurzwellenhörer). Zuhören bei unserer weltweiten Kommunikation darf jeder, hierzu reicht bereits ein einfacher Empfänger der auch die Kurzwelle abdeckt und über die Empfangsart SSB (Single-Side-Band) verfügt, da diese bei Sprechfunk im Amateurfunkdienst auf Kurzwelle verwendet wird.

Eine Zusammenstellung der von uns genutzten Frequenzen findest du im kurzwellen-bandplan.pdf (Quelle: DARC.de) zum herunterladen.

Du besitzt keinen eigenen Empfänger für die Kurzwelle, das ist kein Problem. Über das Internet ist es möglich auf einen WebSDR-Empfänger bei der Universität in Twente (Niederlande) zuzugreifen:
http://websdr.ewi.utwente.nl:8901/

Über einen Empfänger der Goonhilly Earth Station in Cornwall kannst du unter https://eshail.batc.org.uk/nb/ den Funkbetrieb über den geostationären Amateurfunksatellieten Qatar-OSCAR 100 verfolgen.


Wie läuft die Ausbildung ab?

Es gibt generell viele Möglichkeiten, sich auf die Prüfung bei der BNetzA vorzubereiten.
Heute gibt es Online Lehrgänge und Fernlehrgänge, diese haben den großen Vorteil, dass man sich die Zeit frei einteilen kann. Allerdings ist hierbei auch ein wenig mehr Disziplin notwendig.

Eine aktuelle Kursübersicht sowie einen sehr zu empfehlenden Kurs zum Selbststudium und Unterrichtsmaterialien findet sich auf dieser Seite: https://www.darc.de/der-club/referate/ajw/darc-online-lehrgang/

Bei entsprechenden technischen Vorkentnissen ist auch ein reines Selbststudium anhand des Fragenkataloges der BNetzA durchaus möglich.
Den ab Juli 2024 gültigen Fragenkatalog kann man hier herunterladen: https://www.bnetza.de/amateurfunk-fragenkatalog



Lernplattform 50Ohm.de
Seit dem 20. Dezember 2023 ist die neue Ausbildungsplatform des DARC unter https://www.50Ohm.de online.
Hier werden bereits die Lerninhalte der ab Juli 2024 gültigen Prüfungsverordnung behandelt.


Bild: darc.de



Trainings-Apps für unterwegs

Bild: darc.de

Die TrainingsApps des DARC zur Prüfung nach der neuen Prüfungsverordnung finden sich unter:

Google Play (Android): https://play.google.com/store/apps/details?id=de.darc.fuenfizigohm&hl=de&gl=US
Apple App Store (iOs): https://apps.apple.com/de/app/50ohm/id6474642114



Das Buch zur Klasse N

Bild: darc.de

Das Ausbildungsbuch „DARC-Amateurfunklehrgang Klasse N“, verfasst von den AJW-Referenten Matthias Jung, DL9MJ, Björn Swierczek, DL1PZ, und vielen weiteren Referatsmitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ist ab sofort über den Webshop der DARC Verlags GmbH erhältlich.

https://darcverlag.de/DARC-Amateurfunklehrgang-Klasse-N

Die erste Auflage behandelt die Prüfungsteile Betrieb, Vorschriften und Technik der Klasse N und ergänzt damit das Online-Angebot von 50ohm.de, der 50Ohm-App und den YouTube-Videos von DL2YMR.
Ein weiteres Buch für die Klassen E und A ist bereits in Planung.
Quelle: darc.de



Lehrvideos von DL2YMR
Auf YouTube sind die Ausbildungsvideos von Michael, DL2YMR zur Klasse N verfügbar:

Aus Datenschutzgründen wird nur das Vorschaubild des Videos angezeigt, erst nach einem KLICK auf das Video wird eine Verbindung zu Youtube hergestellt.




Technisches Rechnen für Funkamateure von DD3AH
Auf Kriegsfuß mit der Mathematik? Hier gibts eine Auffrischung von Emil, DD3AH:
https://dd3ah.de/wp-content/uploads/2019/01/rechnen.pdf



Amateurfunkprüfungstraining von DF1IAV (A36)
Online Prüfungssimulator von Junghard, DF1IAV, mit den aktuellen Fragen aus 2024.
https://www.afup.a36.de/pruefungen/pruefungen2.html


Die Prüfung bei der BNetzA

Termine
Die aktuellen Prüfungstermine der BNetzA finden sich unter https://www.bnetza.de/amateurfunk-termine
Hier findest Du auch die möglichen Prüfungsorte und Kontaktdaten zur Anmeldung.



Aufbau der Prüfung
Prüfungsteil
Zeit
Anzahl
Fragen
Benötigte richtige
Antworten
Vorschriften (Prüfungsteil V)45 Min2519
Betriebliche Kenntnisse (Prüfungsteil B)45 Min2519
Technik für Klasse N (Prüfungsteil N)45 Min2519
Technik für Klasse E (Prüfungsteil E)45 Min2519
Technik für Klasse A (Prüfungsteil A)60 Min2519

  • Für eine Amateurfunkprüfungsbescheinigung der Klasse N müssen die Prüfungsteile V, B und N bestanden sein.
  • Für eine Amateurfunkprüfungsbescheinigung der Klasse E müssen die Prüfungsteile V, B, N und E bestanden sein. Ein Prüfungsteilnehmer, der bereits eine Bescheinigung der Klasse N hat, muss die Fragebögen V, B und N nicht erneut ausfüllen.
  • Für eine Amateurfunkprüfungsbescheinigung der Klasse A müssen die Prüfungsteile V, B, N, E und A bestanden sein. Ein Prüfungsteilnehmer, der bereits eine Bescheinigung der Klasse E hat, braucht die Fragebögen V, B, N und E nicht erneut auszufüllen.



Erlaubte Hilfsmittel
Als Hilfsmittel sind ein Stift und ein nicht programmierbarer Taschenrechner ohne Textspeicher mitzubringen. Darüber hinaus dürfen nur die nachfolgend bei der Prüfung zur Verfügung gestellten weiteren Hilfsmittel benutzt werden:
  • Anlage 1 der Amateurfunkverordnung
  • Auszüge aus dem Bandplan der IARU für 2m und 70cm
  • Für den Prüfungsteil „Technische Kenntnisse“: eine Formelsammlung und Entwurfspapier für Berechnungen

Die erlaubten Hilfsmittel findest du hier als PDF:
https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Unternehmen_Institutionen/Frequenzen/Amateurfunk/AntraegeFormulare/Hilfsmittel_12062024.pdf?__blob=publicationFile&v=3

Sonstige Unterlagen oder Notizblätter dürfen während der Prüfung nicht verwendet werden.



Ein praktischer Teil ist in der Prüfung zwar nicht vorgesehen, hilft aber sehr, die Zusammenhänge zu verstehen.


Und was kostet das alles eigentlich?

Das hängt wie bei jedem Hobby davon ab, was du bereit bist dafür aufzubringen.

Ausbildungskosten
Wir von M04 helfen gerne mit Rat und Tad beim Erlangen des Amateurfunkzeugnisses ohne zusätzliche Kosten.
Natürlich würden wir uns freuen wenn Du nach der Prüfung Mitglied in unserem Ortverband wirst, dies ist aber keine Bedingung!

Prüfungs-, Rufzeichenzuteilungs- und sonstige Gebühren
Die BNetzA erhebt für die Durchführung der Prüfungen und der Rufzeichenzuteilung eine Gebühr.
Die aktuelle Gebührentabelle ist auf der Webseite des Bundesgesetzblattes hier hinterlegt:
https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2024/256/regelungstext.pdf?__blob=publicationFile&v=3 (Artikel 2)
Die Rufzeichenzuteilung durch die BNetzA schlägt mit einmalig ca. 20,00€ zu Buche.

Die jährliche zu entrichtenden Beiträge nach der Frequenzschutzbeitragsverordnung der BNetzA sind nicht konstant, betragen aber ca. 30,00€ pro Jahr.

Mitgliedschaft im DARC e.V.
Die jährliche Vollmitgliedschaft im DARC kostet Stand 1. Januar 2024 im Jahr 105,00€. Dieser Beitrag beinhaltet die monatliche Vereinzeitschrift CQDL, die weltweite Vermittlung von QSL-Karten, eine Haftpflichtversicherung für die Antennenanlage sowie eine Unfallversicherung bei der Teilnahme an OV-Veranstaltungen.
Die Beitragsordnung findest du unter https://www.darc.de/mitgliedschaft/mitglied-werden/#c173648
Auch hier gilt: Eine Mitgliedschaft im DARC e.V. ist nicht zwingend notwendig!

Die erste eigene Station
Gerne geben wir unsere eigenen Erfahrungen bezüglich dem Aufbau einer eigenen Station weiter, es muss nicht immer teuer sein um den Einstieg zu wagen!

Hier einige grobe Anhaltspunkte:
  • VHF/UHF Handfunkgerät: 30-600€
  • VHF/UHF Mobilstation: 120-600€ + ca. 80€ für Mobilantenne
  • VHF/UHF Heimstation: Wie Mobilstation + Netzteil und Antenne von 300->10000€ ist alles möglich
  • KW 10m: Auch hier gilt von 300->10000€ ist alles möglich
  • KW alle Bänder: 1500->Unendlich ;-)


An wen kann ich mich wenden?

Du kannst dich natürlich gerne an unseren DARC e.V. Ortsverband Husum (M04) z.B unter info(at)darc-m04.de wenden, wir finden zusammen den richtigen Lehrgang für dich und stehen dir mit Rat und Tat zur Seite. Bei uns kannst du auch praktische Erfahrungen sammeln und unter Aufsicht eines erfahrenen Funkamateurs im Rahmen des Ausbildungsfunkbetiebs auch  selbst “auf Sendung” gehen.

Worauf wartest du? Jetzt Funkamateur werden!